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Was ist FASD?

Wenn während der Schwangerschaft Alkohol konsumiert wird, kann dies die Entwicklung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen. Die möglichen Folgen werden unter dem Begriff Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD) zusammengefasst. Dazu gehören das Fetale Alkoholsyndrom (FAS), das partielle Fetale Alkoholsyndrom (pFAS) sowie alkoholbedingte entwicklungsneurologische Störungen (ARND). FASD ist eine lebenslange neurologische Entwicklungsstörung, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann.

Die Auswirkungen betreffen vor allem die Entwicklung des Gehirns, jedoch können alle Organe betroffen sein. Sie können sich unter anderem auf das Lernen, die Aufmerksamkeit, die Emotionsregulation, das Gedächtnis, das Sozialverhalten sowie die Alltagsbewältigung auswirken. Nicht alle Menschen mit FASD weisen äusserlich erkennbare Merkmale auf. Deshalb bleibt die Störung häufig unerkannt oder wird mit anderen neurologischen Entwicklungsstörungen verwechselt.

Möchten Sie mehr über FASD erfahren?

Ausführliche Informationen zu Ursachen, Diagnostik, Symptomen und Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie auf der Website Schwangerschaft ohne Alkohol.

Weitere Informationen zu FASD finden Sie beim Dachverband FASD Schweiz.

Warum ist das Wissen über FASD für Pflegefamilien wichtig?

Ein Teil der Kinder, die in Pflegefamilien leben, waren vor der Geburt Alkohol ausgesetzt. Die dadurch verursachten Hirnschäden können das Verhalten und die Entwicklung eines Kindes nachhaltig beeinflussen. Viele Schwierigkeiten, die im Alltag auftreten, sind deshalb nicht Ausdruck von mangelndem Willen oder fehlender Motivation, sondern Folge einer neurologischen Entwicklungsstörung.

Ein hilfreicher Leitsatz für den Alltag lautet:

Kinder mit FASD möchten häufig kooperieren, können dies aufgrund ihrer neurologischen Beeinträchtigungen jedoch nicht immer.

Dieser Perspektivenwechsel kann helfen, das Verhalten des Kindes besser zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. Eine stabile, verständnisvolle und gut strukturierte Umgebung trägt wesentlich dazu bei, die Entwicklung des Kindes zu unterstützen.

FASD verändert sich im Laufe des Lebens

Die Auswirkungen von FASD zeigen sich je nach Alter unterschiedlich. Während im Säuglingsalter häufig Schlaf- oder Entwicklungsauffälligkeiten im Vordergrund stehen, treten später vermehrt Schwierigkeiten beim Lernen, bei der Emotionsregulation, der Planung oder im sozialen Miteinander auf. Im Jugend- und Erwachsenenalter gewinnen Themen wie Selbstständigkeit, Ausbildung, Arbeit und Wohnen zunehmend an Bedeutung.

Für jede Lebensphase gibt es spezifische Unterstützungsstrategien, die dazu beitragen können, die Stärken der betroffenen Person zu fördern und ihre Umwelt an ihre Bedürfnisse anzupassen. Auf der Website Schwangerschaft ohne Alkohol finden Sie ausführliche Informationen zu den verschiedenen Lebensphasen, typischen Herausforderungen sowie Empfehlungen für die Begleitung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit FASD.

Was hilft Kindern mit FASD im Alltag?

Jedes Kind mit FASD ist einzigartig und bringt unterschiedliche Stärken und Herausforderungen mit. Dennoch haben sich einige Grundsätze im Alltag als besonders hilfreich erwiesen.

Struktur und Vorhersehbarkeit

Kinder mit FASD profitieren von einem möglichst vorhersehbaren Alltag. Feste Tagesabläufe, wiederkehrende Routinen und vertraute Bezugspersonen vermitteln Sicherheit. Veränderungen sollten möglichst früh angekündigt und mit visuellen Hilfsmitteln wie Tagesplänen unterstützt werden. Ebenso wichtig sind ausreichend Ruhe- und Erholungsphasen, um Reizüberlastung vorzubeugen.

Klar und einfach kommunizieren

Kurze und einfache Sätze erleichtern das Verstehen. Geben Sie möglichst nur eine Anweisung nach der anderen und lassen Sie dem Kind genügend Zeit, Informationen zu verarbeiten und zu reagieren. Wiederholungen sowie schriftliche oder bildliche Erinnerungen können den Alltag zusätzlich erleichtern. Ironie oder doppeldeutige Aussagen sind für viele Kinder mit FASD schwer verständlich und sollten möglichst vermieden werden.

Verhalten verstehen

Viele Verhaltensweisen von Kindern mit FASD sind Ausdruck der neurologischen Entwicklungsstörung und nicht absichtliches Fehlverhalten. Es hilft, nach den Ursachen eines Verhaltens zu fragen, anstatt Schuld zu suchen. Realistische Erwartungen, Geduld und das bewusste Stärken positiver Erfahrungen fördern die Entwicklung des Kindes und entlasten gleichzeitig den Familienalltag.

Gemeinsam unterstützen

Die Begleitung eines Kindes mit FASD gelingt am besten, wenn Pflegefamilie, Schule und Fachpersonen eng zusammenarbeiten. Der Austausch mit spezialisierten Fachpersonen, Entlastungsangebote sowie der Kontakt zu anderen Familien können im Alltag eine wertvolle Unterstützung sein.

Fachliche Unterstützung

Wenn Sie vermuten, dass ein Kind von einer Fetalen Alkoholspektrumstörung betroffen sein könnte oder bereits eine Diagnose vorliegt, kann eine spezialisierte Beratung hilfreich sein. Eine Übersicht über Diagnosestellen, Beratungsangebote, therapeutische Fachpersonen und weiterführende Informationen finden Sie auf der Website Schwangerschaft ohne Alkohol sowie beim Dachverband FASD Schweiz.

Interviews von Personen mit FASD